Die abwechslungsreiche Wanderung über den Tauern an den Plansee hält genau die richtige Mischung aus Einsamkeit, Abenteuer und atemberaubende Aussichten bereit. Gut erreichbar und doch unscheinbar liegt der Tauern zwischen Breitenwang bei Reutte in Österreich und dem Plansee sowie dem Heiterwanger See. Die tolle Bergtour hält ein paar anspruchsvolle Kraxelstellen und als genialstes Ende eine Schwimmeinheit im erfrischendem Bergsee bereit.

Tourdaten

Route (↑↓1215 hm, 10.1 km, 9.5 h):
Parkplatz an Straße von Breitenwang nach Oberammergau (990 m) – Zunterkopf (1811 m) – Tauern (1841 m) – Schrofennas (1708 m) – Plansee (977 m) – Parkplatz

Alternative Route (↑↓846 hm, 6.2 km)
Zum Zunterkopf hoch und wieder runter (T3).

Datum
18. Juli 2015

Charakter
T4 – konditionell anspruchsvolle und einsame Bergtour mit einigen nicht versicherten und leicht ausgesetzten Stellen die oftmals vor allem aufgrund des losen Untergrunds den Einsatz der Hände notwendig machen. Etwas Erfahrung und eine Portion Vernunft und Ausdauer sollte vorhanden sein.

Tourenbeschreibung

An einem Samstag zog es uns wieder in die Berge. Das Wetter war durchwachsen; mit etwas Regen musste gerechnet werden. Doch die Abenteuerlust und der Bewegungsdrang waren größer, als die Furcht vor schlechter Sicht und Regen. Nachdem Nina und ich den alltäglichen Stau vor dem Tunnel zwischen Füssen und Reutte hinter uns gelassen hatten war der Parkplatz schnell ausgemacht und zum Glück ist noch die Häflte frei. Folgt man den Schildern in Reutte Richtung Breitenwang und weiter Richutng Plansee folgt in einer leichten Rechtskurve der Parkplatz, auf dem maximal zehn Autos Platz finden. An diesem Parkplatz startet auch direkt die Tour auf einem schmalen Trail hinauf in den Wald. Ein Schild zum „Tauern“ weist den Weg. Im Wald war es warm und schwül.

 

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Nach einigen Recherchen im Internet erwarteten wir eine Tour ohne viel menschliche Begegnungen. Einzig das Stück hinauf zum Zunterkopf sollte wohl häufiger begangen werden und war auf der Karte als mittelschwerer Bergpfad beschrieben. Nach dem Zunterkopf sollte der Rest der Tour teils weglos verlaufen und mit ausgesetzten Stellen sowie nicht versicherten Felsaufschwüngen weitergehen. Doch selbst der Begin der Tour schien so selten begangen zu werden, dass Rehe am Wegesrand genüsslich speisten. Schnell legten wir ein paar hundert Höhenmeter zurück. Zwischen den Bäumen kommten wir aufgrund des seitlich steil abfallenden hangs häufig Bilcke auf den Plansee erhaschen. Wir freuten uns schon jetzt unheimlich auf die tolle Aussicht auf den ganzen See. Nur die Wolken dämpften die Freue etwas, denn die Wahrscheinlichkeit oben im Dunst zu stehen, waren groß. Trotzdem genossen wir die frische Wald- und Bergluft mit tiefen Atemzügen. Nach einiger Zeit hörten wir ein immer wiederkehrendes Geräusch. Es war etwas zwischen einem Pfeifen und Brummen. Ein solches Gräusch kannte ich in etwas eindringlicheren Variante von den Schnüren des Powerkites ab Windstärken von vier Beaufort. Der Blick in den Himmel offenbarte die Ursache. Segelflieger kreisten fast auf gleicher Höhe zwischen den umliegenden Gipfeln des Plansees. Sie kamen teilweise fast so nah an den Berg, dass Augenkontakt möglich wäre.

  

 
 
 
 

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Der angenehm und einfach zu gehende Weg wurde immer öfter von doch sehr steilen Stellen unterbrochen. Die Wurzeln der riesigen Bäume verhalfen zu Grip und Greifmöglichkeiten. Manchmal waren jedoch genau diese Bäume das Hindernis. An Stellen, wo Bäume beispielsweise durch einen Sturm umgestürzt waren, zeigte sich eindrucksvoll, welch wichtige Funktion die Bäume an steilen Hängen haben. Fehlt das Wurzelgeflecht, hält nichts mehr den Boden zusammen. Aufgerissen und ausgewaschen zeigt sich das Erdinnere. Die querliegenden Bäume sind dann auch keine Hilfe dem Weg weiter zu folgen. Wir wollten Abendteuer, et voilà ein Mini-Abenteuer. Begleitet vom Durft von frischem Holz und frischen Nadeln stellte das Übersteigen von Baumstämmen eine willkommende Abwechslung zum stetigen Steigen dar. War der aufrechte Gang nicht möglich, schwungen wir uns unter den Stämmen durch. Der teils trampolinweiche Waldboden wurde stellenweise unterspült, sodass jeder Schritt hohl klang und mit Bedacht zu setzten war. Mit der Zeit wurde es lichter und der Wald wich den Latschen. Wir wunderten uns, bisher nur fünf Leuten begegnet zu sein, obwohl das Wetter warm war und es nicht nach Regen oder gar Gewitter aussah. Nun konnten wir auch immer häufiger Blicke auf den Plansee erhaschen.

  

 
 
 
 

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Die Wolken ließen ein paar Sonnenstrahlen durch, sodass das Ufer eine wahnsinnige Kulisse für die Fähre, als einziges Boot auf dem Wasser, bot. Das Schmelzwasser, das Felsabbrüche und Erdrutsche verursacht sowie ganze Steifen der Verwüstung hinterlässt, kreiert fantastische Kontraste an den Berghängen. Die bewaldeten Hänge werden stellenweise jäh durch raue Felswände unterbrochen. Die Segelflieger kreisten immernoch über dem See, aber mittlerweile konnten wir Sie von oben betrachten.

 

 

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Nach einer Weile sah der Pfad auch nicht mehr viel begangen aus und wurde dementsprechend schmaler. Den Grund offenbarte sich uns recht schnell, als der sandig rutschige Weg steiler wurde und von leichten Felsstufen unterbrochen wurde. Ungeübten Wanderen und Familien könnten diese Abschnitte nicht recht geheuer sein. Für erfahrene Bergwanderer sind sie jedoch kein Problem. Für uns waren sie erneut ein willkommende Abwechslung und wir erfreuten uns an der wirklich leichten Kraxelei. Vom leicht mit Latschen bewachsenen Zunterkopf bot sich uns ein toller Blick auf den Gipfel des Tauern und die umliegende Bergwelt. Da der Aufstieg doch etwas schweißtreibend war und gerade die Sonne rauskam, machten wir hier Rast. Richtung Südwest eröffneten sich uns entlang der rauen Felswände inmitten der eigentlich sanft anmutenden Landschaft geniale Tiefblicke. Am Fuß des Bergs ruhen Ehenbichl und Heiterwang, getrennt vom Gschwendtkopf. Schaut man rechts an diesem 1314 m hohen Hügel vorbei, kann man die Burgruine Ehrenberg und die etwas höher gelegene Schaufestung Schlosskopf sehen. Was allerdings nicht gut zusehen ist, ist die angeblich längste Fußgängerbrücke der Welt. Dieses Stahlkonstrukt hängt circa 110 m über dem Grund und hat eine Länge von 403 m. Wir hatten sie bereits bei einer Anreise zu einer anderen Tour gesehen, doch die stolzen acht Euro „Eintritt“ waren uns doch kein Abstecher wert.

  

 
 
 

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Wir genossen lieber die hartgekochten Eier, den Käseblock und das selbstgebackene Brot mit ein paar Tomaten und Gurkenstückchen. Bis auf die paar Leute, die uns im Aufstieg entgegenkamen, hatten wir keine Menschenseele gesehen – eine Bergwanderung ganz nach unserem Geschmack. Und laut Wegbeschreibung war die bereits zurückgelegte Strecke die hauptsächlich begangene, sodass wir davon ausgingen auf dem weiteren Weg niemand mehr anzutreffen. Diese Vermutung erwies sich später zu unserer Freude als goldrichtig. Nach 20 Minuten Sonnenbad ging es wohlgenährt weiter Richtung Tauern. Zuerst mussten wir wieder ein paar Meter absteigen, um schließlich den Weg immer ein paar Meter unterhalb des Grats anzutreten. Es folgten ein paar kleine Kraxelstellen, die wir mühelos meisterten. An machen Stellen war Vorsicht geboten, da es auf sehr schmalem abschüssigen Weg den Hand entlang ging. Ausgerechnet an diesen Stellen lag nur Sand und Kies unterhalb des Wegs, sodass man sich gleich etwas ausgesetzt fühlt. Nicht vorstellbar, welche (optimistisch gesagt) mindestens 100 m lange Rutschpartie dem bevorstand, der hier einfach nur ausrutscht. Aber ein bisschen Adrenalin gehört ja bekanntlich zum Abendteuer und das hatte in dieser Hinsicht gerade erst angefangen.

 

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Wir standen plötzlich vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Wo geht es hier weiter? Wir standen quasi am Ende des Wegs. Der Gipfel des Tauern war jedoch noch nicht erreicht. Nach kurem Auskunschaften, gab es nur eine Möglichkeit zu unserer Rechten absteigen, mit dem Körper an der Felswand gepresst einen Felstour halb umrunden und schließlich wieder aufsteigen. Viel Gelegenheit zum vertrauenserweckenden Festhalten gab es nicht. Obendrein verläuft der Weg hier auch über brösligen Untergrund und etwas ausgesetzt. Eigentlich ist keine schwierige Stelle, die bei festem Untergrund und griffigem Fels einfach nur Spaß gemacht hätte. Dies Ausgesetztheit verspricht aber meist auch tolle Aussichten auf atemberaubende Felswände oder Rinnen sowie die umliegende Landschaft. Nun noch eine mehrere Meter hohe leichte Kletterstelle und wir standen auf dem eher unspektakulären Gipfel des Tauern. Beim Abstieg in Richtung Schrofennas konnten wir das erste Mal zwischen zwei Felssäulen hindurchblicken und fast den gesamten Pfad bis zum Schrofennas sehen. Bevor wir jedoch diesen Pfad erreichen konnten, standen wir noch ganze zweimal verdutzt am sich verlaufenden Weg. Es waren mehrere Möglichkeiten zwischen den Latschen zu erkennen, die aber auch Launen der Natur statt Wege sein konnten. Es verging etwas Zeit, bis wir ausgekunschaftet haben, welchem Weg wir verfolgen.

 

 

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Eine fast ebenso interessante Abwechslung entstand durch die Unterbrechung des Wegs durch kleine Schrofen. In der Nähe des Schrofennas musste aber damit gerechnet werden, solch urzeitlich klingende schräge Felsplatten anzutreffen. Bei der ersten handelte es sich um eine etwas knifflige. Die Felskante sorgt für ein schnelles Vorankommen. Die letzten 1,5 m gab es aber keine Felskante mehr. Die Schrofe hatte keine besonders große Neigung, aber links begleitet den Wanderer ein doch sehr abschüssiger Hang. Natürlich fehlten auch an diesem Handstück bis weit unten die einen in Sicherheit wiegenden Latschen. Zwei Handgriffe an den Fels verschaffen Abhilfe und es kann schnell weitergehen.

 

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Die erwähnten Latschen gaben im Folgenden auch ein Gefühl von Sicherheit. Zu unserer Rechten Fels und zur Linken Latschen. Wäre hier kein Bewuchs gewesen, wäre das folgende Wegstück etwas unangehem zu gehen gewesen. Doch so beschäftigten uns nur die steilen Anstiege, die zugleich ein schnelles Vorankommen verhinderten. Ab hier, so dachten wir, ging es fast ausschließlich geradeaus, bis der eigentliche Abstieg folgt. Stattdessen folgten ein paar spannende Kraxelstellen und ständiges auf und ab. Falls gerade kein griffiger Fels zur Hand war, mussten die teils gummiartigen, aber auf Zug äußerst stabilen und griffigen Äste der Latschen herhalten. Wechselte sich der Fels mit einigen nicht sehr hochgewachsenen Latschen ab, konnten wir hinüber zum Thaneller schauen. Nach dem Blick auf die Karte, stand schnell fest, dass wir eine Tour auf den 2341 m hohen Gipfel des Thaneller auf unsere Liste schreiben müssen. Mit mindestens 1300 hm im Auf- und Abstieg würde die Tour für uns allerdings eher zu den konditionell anspruchsvolleren zählen. Es folgte noch eine Stelle, an der wir ca. zweieinhalb Meter abklettern mussten, bevor es dann aber wirklich eher langsam sinkend geradeaus ging. Da der Fels viele Kanten aufwies und auch sehr massiv, nicht bröselig war, lässt sich sie sich problemlos bewältigen.

    

 
 

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Einige Meter weiter standen wir plötzlich an einem Grashang, den es zu queren galt. Anfangs waren noch ein paar pfadähnliche Strukturen in Gras zu erkennen, die sich jedoch in alle Richtungen zu verlaufen schienen. Bei Nässe kann ein steiler grasbedeckter Hang schonmal zu einem unüberwindbaren Hindernis sein und zur Umkehr zwingen.teils wegloses Queren des Grashangs. Glücklicherweise war es trocken. Da wir erahnten, wo der Weg weitergehen musste, querten wir das weglose Gelänge und trafen wieder auf den Pfad. Nun steuerten wir, bei grandioser Aussicht auf immernoch knapp 1500 m über Normalnull, schnurrstracks auf den Plansee zu. Der ursprüngliche Gedanke den wilden Pfad, nach einer tollen Bergwanderung, direkt am See zu verlassen und eine Runde zu schwimmen kam wieder hoch. Der Entschluss stand fest. Bis zum Schrofennas gab es keine nennenswerten Abschnitte. Einzig eine relativ steile Rutschpartie, die unmittelbar nach dem „unter Latschen durchschwingen“ folgte, sorgte für erdige Klamotten. Latschen sind eben doch keine Lianen. Weiter ging es noch ein wenig durch das nicht enden wollende Latschen-Dickicht. Dann wurde endlich auch der Weg steiler, sodass den heißersehnten Endspurt zum See starten konnten.

 

 
 

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Zunächst gingen wir nordseitig des Bergrückens dem in wärmende Nachmittagssonne getauchten Plansee entgegen. Mit der Höhe nahm auch der Latschenbestand weiter ab und wich wohlduftenden Fichten. Dann wechselte der nochmal deutlich steiler werdende Weg auf die Südseite, sodass auch wir etwas von der Sonne abbekamen. Durch diesen Wechsel und das weitgehend freie Gelände tauchte der Heiterwanger See zu unseren Füßen auf. In der imposanten Kulisse mit dem Nieder-, Mitter- und Hochjoch, der dahinterliegenden 2202 m hohen Kohlbergspitze samt Grat zum Pitzenegg liegt friedlich und vollkommen regungslos ein kleines Ruderbot im Wasser. Beeindurckend, wie schon beim Plansee, sind die zahlreichen Felsabbruchbahnen bis hinunter zum Ufer. Direkt am See liegt das Hotel Fischer am See mit einem Wohnmobil-freundlichen Campingplatz, der auch über eine kleine Zeltwiese verfügt. Nebenbei bemerkt, können wir aus Erfahrung von diesem Platz sagen, dass man auch von Kuhglocken sanft in den Schlaf begleitet werden kann. Als Alternative zu den größeren zwei Campingplätzen am Plansee, eignet er sich hervorragend als Ausgangspunkt vieler Touren in der nahen Umgebung. Ein paar Weiden weiter liegt der kleine Ort Heiterwang, gut zu erreichen über den Fernpass unter der erwähnten Hängebrücke drunter her.

 

 

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Zum tollen Ausblick auf den Heiterwanger See gesellten sich zwei scheue Gämse am Hang. Obwohl wir nicht direkt auf sie zusteuerten und noch ein ganzes Stück weit entfernt waren, rasten sie über das schwierige Gelände, wie ein Sprinter auf der 100 m Strecke. Der weitere Abstieg geoffenbarte sich als Horrorszenario. Der Pfad konnte guten Gewissens als Single-Trail bezeichnet werden und wurde von kniehohen Gras verdeckt. Den Horror-Anstrich der eigentlich sanft anmutenden Szenerie verliehen die abermillionen winzigen Zecken, die sich elegant vom Grashalm an unserer Beine schwungen. Direkt nach Hautkontakt liefen Sie zielstrebig und schnell Richtung Oberkörper. Uns blieb keine andere Wahl, als alle 5 m anzuhalten und die circa zehn Zecken vorm weiteren Emporsteigen zu entfernen. Die Prozedur wurde zu Rotine, doch konnten wir sie weder akzeptieren, noch uns in irgendeiner Art und Weise daran gewöhnen. Wir wollten nur noch weg von diesem Gras, doch es zog sich nicht enden wollend bis hinunter an den Fuß des Berges. Zu allem Überfluss verfolgte uns auch noch ein Schwarm an miesen Bremsen, deren Lieblingsbeschäftigung im Aufreißen der Haut und Zurücklassen von brennenden, offenen Wunden liegt.

 

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Eine kurze Verschnaufpause von dieser Hetzjagt bekamen wir an einer Stelle, über die ich zuvor in meiner Recherche gelesen hatte. Eine Seilsicherung, die Ihren Namen nicht verdient. Ein Seil, das man gerne festhalten möchte, damit es nicht abstürzt. Eine solch wackelige Konstruktion war mir bis dato noch nie unter die Augen gekommen. An dieser Stelle muss und kann man sich einzig auf die eigene Trittsicherheit verlassen. Links, wie rechts geht es steile Felsfalken gen Abgrund. Der Untergrund ist zu allem Überfluss wieder mit feinem Sand und Kies bedeckt, sodass man wohl nur mit Golfschuhen oder Steigeisen guten Halt finden würde. Meines Erachtens sollten die Seilstücke entfernt werden. Die Stelle ist eigentlich nicht wirklich schwer und auch nicht heikel, doch durch die Ruinen-ähnliche Seilversicherung bekommt man doch ein mulmiges Gefühl. Entschädigt wird man, hält man auf halber Strecke kurz inne und lässt die Situation und den Blick auf die unliegenden Felsen wirken. Da diese Stelle unsere volle Aufmerksamkeit verlangte, hatten wir die Verfolgung durch Insekten der übelsten Art vollkommen vergessen. Vor uns lagen jedoch noch ein paar hundert Höhenmeter. Noch nie bin ich so schnell einen Berg hinunter gerannt. Die Hetzjagt endete erst, als wir direkt am Ufer des Plansees aus dem Wald kamen. Ich schmiss die Trekkingstöcke beiseite, legte den Rucksack ab und sprang in das rettende Nass.

 

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Instantan waren die Gedanken an den Abstieg vergessen und wir genossen das herrlichste, was das Ende einer Bergtour im Sommer bereithalten kann. Nach einer halben Stunde Abkühlung und ein bisschen Auf- und Abschwimmen inmitten einer prachtvollen Bergkulisse, schulterten wir wieder unserer Rucksäcke. Es folgten ein paar Kilometer an der Uferpromenade entlang, die sich hervorragend zum Auslaufen eigneten. Schließlich trafen wir wieder auf die Straße, an der wir geparkt hatten und folgten ihr bergwärts bis zum Parkplatz.

 

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Insgesamt handelt es sich um eine durchaus empfehlenswerte Tour. Vielleicht sollte eine andere Jahreszeit gewählt werden, da es keinen Spaß macht durch ein Zeckennest zu wandern. Die Kraxelein und die anschließende Abkühlung im Bergsee verleiht der konditionell durchaus anspruchsvollen Tour einiges an Pepp.

 

This adventure was shared by Joe.

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